Zivis im Umweltschutz – zum Beispiel bei Pro Natura Aargau

Einsätze im Umweltbereich und in der Kulturgütererhaltung dienen dem Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen sowie dem Erhalt des kulturellen Erbes. Oft fehlen jedoch die finanziellen Mittel, um diese wichtigen Arbeiten von öffentlichem Interesse zu verrichten. Daher können Einsatzbetriebe, die in diesem Bereich tätig sind, Finanzhilfe erhalten - zum Beispiel Pro Natura Aargau. Anlässlich des Aargauer «Tag der Artenvielfalt 2022» sagt Florian Ruschmann, Schutzgebietsbeauftrager von Pro Natura Aargau: «Der Umfang der geleisteten Naturschutz-Arbeiten wäre ohne die Unterstützung der Zivildienstleistenden nicht realisierbar». Doch was machen Zivis genau? Die Antwort anhand von drei Projekten.

1. Auflichtung der Wälder, Errichtung von Trockenmauern und Tümpeln für die Artenvielfalt in Villnachern, Neumühle

Das Gebiet Neumühle befindet sich in der Gemeinde Villnachern zwischen den Auen der Aare und den trockenen Südhängen des Jurasüdfuss. Dadurch kommt dem Gebiet eine wichtige Funktion als sogenannter «Trittstein» zwischen den wertvollen Feucht- und Trockengebieten von nationaler Bedeutung zu. Im ganzen Gebiet haben Zivis bei unterschiedlichen Aufwertungen mitgeholfen. Sie halfen bei der Auflichtung von Wäldern, bei der Sanierung oder Neuerstellung von Trockenmauern sowie bei der Neuanlage von Tümpeln. Das dient der Artenvielfalt in diesem Gebiet, das sehr seltene Arten wie zum Beispiel die Schlingnatter beherbergt. Unterstützt wurde es vom Kanton Aargau (Abteilung Wald und Abteilung Landschaft und Gewässer) und naturemade star Alpiq KW Ruppoldingen.

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Trockenmauer vor Projektbeginn...
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...und nach Projektabschluss (© creaNatira)

2. Ausdolung und Vernetzung des Chilebachs, Rudolfstetten

Die Ausdolung und Vernetzung eines Abschnitts am Chilebach fand in der Gemeinde Rudolfstetten statt. Auf einem Teilstück von rund 90 m wurde der kleine Wiesenbach in einer Röhre geführt. Nach einer längeren Projektierungsphase, konnte das Teilstück mit Hilfe von 10 Zivis renaturiert werden. Zusätzlich wurde ein kleiner Tümpel angelegt und mit Lehm abgedichtet.

Durch die Ausdolung wurden zwei Fliessgewässer-Abschnitte miteinander verbunden, so dass die Vernetzung für Kleinlebewesen wiederhergestellt und ein Beitrag zur Artenvielfalt geleistet werden konnte. Der Wiesenbach ist beispielsweise für Libellen attraktiv. Er wurde sofort von der Zweigestreifen Quelljungfer aufgesucht. Der kleine Tümpel wurde kurz nach der Umsetzung zudem von der Gelbbauchunke besiedelt. Der ökologische Wert durch die Vernetzung ist besonders hoch, da die Fläche intensiv bewirtschaftet wurde und nun ein ausgedehnter Grüngürtel entstanden ist. Das Projekt wurde von Pro Natura Aargau initiiert und umgesetzt. Finanziell wurde es vom Kanton Aargau und vom naturemade star-Fonds von ewz mitgetragen.

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Ausdolung des Chilebachs (© creaNatira)
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3. Anlage von Weihern bei der alten Gipsgrube, Kienberg

Die alte Gipsgrube in der Gemeinde Kienberg gehört zum nationalen Inventar der Trockenwiesen und -weiden. Das terrassierte Gelände ist teilweise sehr steil, unzugänglich und mit dem porösen Gipsgestein ausgesprochen trocken und mager. Seit vielen Jahren wird das Gebiet mit Ziegen beweidet, damit es offengehalten und die artenreichen Wiesen gefördert werden können. Es sind im Gebiet nicht nur Arten trockener Lebensräume vorzufinden, sondern auch seltene Amphibien wie die Geburtshelferkröte. Um diese kleine Kröte zu fördern wurden mit Hilfe von Zivis zwei Weiher angelegt und an den Ufern Steinstrukturen als Landlebensraum vergrössert. Diese Massnahmen dienten nicht nur der Geburtshelferkröte, es profitieren auch andere Amphibien und Wasserinsekten wie Libellen davon. Da es sich ohne die Massnahmen um einen trockenen Lebensraum handelt, sind die zwei Tümpel auch eine Erweiterung der im Gebiet vorhandenen Lebensräume und somit eine Förderung der gesamten Biodiversität im Naturschutzgebiet. Auftraggeber waren Pro Natura, Pro Natura Aargau und Pro Natura Solothurn sowie der Kanton Solothurn. Einen Beitrag zur Finanzierung leistete auch der naturemade star Alpiq KW Ruppoldingen.

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Zivis bei der Anlage von Weihern, alte Gipsgrube in Kienberg (© creaNatira)
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Letzte Änderung 13.06.2022

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